Annette Riccius & Rosemarie Füglein, CIM, 2009
Das Leben in Kairo bedeutet eine ständige Auseinandersetzung mit Gegensätzen, deren Akzeptanz und Verinnerlichung für die Jugendlichen eine außergewöhnliche Herausforderung ist. Hier trifft Orient auf Okzident, Afrika auf Europa, der Islam auf das Christentum, kulturelle Tradition auf kosmopolitische Lebensweise. Gegenseitiges Verständnis und Respekt sind Voraussetzung für die kreative Arbeit miteinander und für eine Überbrückung der Konflikte, denen die Studierenden im täglichen Leben begegnen.
Einer dieser Konflikte ergibt sich aus der Frage, wie es möglich ist, attraktiv und nach individuellen Vorstellungen korrekt gekleidet zu sein. Mit diesem Thema beschäftigen sich insbesondere auch die Modedesignstudentinnen und -studenten, die den von Susanne Kümper mitaufgebauten Fachbereich besuchen. Hinter den Schleiern der Jungdesignerinnen befindet sich oft mehr Kreativität und Fantasie als es sich der Betrachter träumen lässt.
Im Zeitalter globaler Vernetzung ist der Dialog ein zentrales Thema, eine Notwendigkeit, eine Erlösung. Gegenseitiges Verständnis und Toleranz führen Vorurteile ad absurdum und verbinden Menschen – von Ohr zu Ohr, von Blick zu Blick, im Gespräch, in Vertrautheit, Respekt und Anerkennung. Sich kennen zu lernen ist ein Geschenk, auch eine Herausforderung, eine Anstrengung, die sich lohnt. Dialog ist Voraussetzung für gute Beziehungen zwischen Nord und Süd, Menschen im Reichtum und Menschen in Armut, zwischen westlicher und islamisch geprägter Welt. Verständigung und konstruktiver Austausch über kulturelle, religiöse und weltanschauliche Grenzen hinweg sind in unserer immer kleiner werdenden Welt wichtiger denn je.